Zwei Minuten für Maxi, zwei Punkte für Korntal

HB Ludwigsburg 3 : TSV Korntal 22:31 (13:18)
Wer heute nach Ludwigsburg gefahren ist, um ein spannendes Handballspiel zu sehen, wurde leider enttäuscht. Wer dagegen einen souveränen Auswärtssieg erleben wollte, war goldrichtig.
Dabei fing es fast dramatisch an. Nach drei Minuten führten die Gastgeber 3:1, und der eine oder andere auf der Tribüne nippte angesichts der vergangenen Leistungen nervös an seinem Getränk. Das war es dann aber schon mit dem Nervenkitzel. Robin Kaiser, Samir Moric und Maxi Gierl drehten die Partie im Handumdrehen, kurz darauf hieß es 3:6.
Großen Anteil an der Wende hatte auch Stefan Bonsels, der aus der Zweiten ausgeholfen hat. Mit seinen knapp 50 Jahren ist Stefan im besten Eichenalter, und genau so stand er auch in der Defensive: tief verwurzelt, knorrig und nicht umzuwerfen. Wer bei ihm durchwollte, hätte vorher eine Motorsäge beantragen müssen. Schon früh markierte er mit einer Gelben Karte sein Revier. Von da an gaben wir die Führung nicht mehr her, und sie wurde von Angriff zu Angriff gemütlicher.
Vor der Pause kam der Moment, auf den die Mannschaftskasse sehnsüchtig gewartet hatte. Beim Stand von 9:15 musste Maxi Gierl für zwei Minuten raus. Grund: Meckern. Das Pikante daran: Maxi ist unser Strafenwart. Er darf sich die Strafe also eigenhändig eintragen, anmahnen und am besten gleich einkassieren. Hiermit die offizielle Erinnerung, Maxi: Du weißt, wo das Sparschwein steht. Und wer den Schlüssel hat.
Mit 13:18 ging es in die Kabine, und danach machten wir nahtlos weiter. Robin Kaiser legte zwischen der 35. und 38. Spielminute einen Hattrick hin und stellte auf 15:24. Spätestens jetzt war klar, dass hier nichts mehr anbrennt. Robin kam am Ende auf neun Treffer, dahinter netzten Julian Duder, Samir Moric und Hendrik Schwarz je fünfmal ein.
Tobias Röckle fasste die Partie hinterher in einem Wort zusammen: Selbstläufer. Bemerkenswert von einem Mann, der noch nie gelaufen ist. In der Vorbereitung wurde er zwar einmal in Bewegung gesichtet, allerdings mit Zigarette in der Hand. Michael Schnepf wollte nicht nur zuschauen und parierte kurz vor Schluss einen Siebenmeter.
Ein besonderer Dank geht an unsere Weltmeister im Klatschen, Tim Bücking und Michael Wendler. Mit ihrem rhythmischen Dauereinsatz von der Bank brachten sie den gegnerischen Angriff zuverlässig aus dem Konzept. Wie gut das funktioniert hat, zeigte die Schlussphase: Ein Ludwigsburger nahm einen verzweifelten Stemmwurf, weil ihm ein Mitspieler zugerufen hatte, es seien lediglich zehn Sekunden übrig. Auf der Uhr standen noch dreißig. So durcheinander waren die.
Überragend war die Unterstützung auf der Tribüne. Sogar die Freundinnen von Max und Dani haben den Weg in die Halle gefunden. Von den beiden Herren fehlte hingegen jede Spur. Sie sind also nicht nur verletzt, sondern inzwischen auch offiziell verschwunden. Sachdienliche Hinweise bitte an den Trainer.
Am Ende steht ein verdientes 22:31. Beide Punkte im Gepäck, gute Laune im Bus und ein Sparschwein, das sich auf Zuwachs freut.
Tore TSV Korntal: Kaiser 9, Duder 5/1, Moric 5, Schwarz 5, Richter 4, Gierl 2, Müller 1

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